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Das deutsche und italienische Wohlfahrtsstaaten-Modell: Konservative Regime? Analyse der Gesundheitssysteme im Vergleich

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Verfasser:
Antonio Ricciardi

Untertitel:

Fachbereich:
Sozialpolitik

Kategorie:

Sprache:
Sozialwissenschaften Deutsch

Hochschule:

Professor:
Universität zu Köln Uni.-Prof. Dr. Schulz-Nieswandt

Seitenzahl:

Note:
40 1

Typ:

Abgabetermin:
Bachelor 05.02.2010
Preis in EUR: Auslieferungsform
15.00 Direkt vom Verfasser zu beziehen, Ihre Bestellung wird weitergeleitet.

Beschreibung:
 
Die Kontroversen über den Wohlfahrtsstaat, die von großer Bedeutung in der Geschichte der westlichen Welt im 20. Jahrhundert gewesen sind, haben sich insbesondere in den letzen Jahrzehnten intensiviert. Im Zentrum der politischen Debatte stehen, nach wie vor, die Neudefinition des Sozialsystems und eine Reformulierung der Rolle der jeweiligen Akteure der Wohlstaatsproduktion. Dieses
Gebiet, das sich traditionell in der Hand der öffentlichen Institutionen befand, wird zunehmend von komplexen und oft ungleichgewichtigen Beziehungen zwischen dem Staat, der Familie, dem Markt, dem dritten Sektor und den spezifischen korporativen
Interessenvertretungen akzentuiert.
Doch hat sich die Debatte über den Wohlfahrtsstaat kaum auf die Notwendigkeit des welfare state beschränkt, sondern in den Vordergrund ist die Frage nach der Wirksamkeit und Finanzierbarkeit der Wohlfahrtsstaatlichen Leistungen getreten.
Jede Gesellschaft, auch wenn mit ähnlichen Problemen konfrontiert, hat schon immer mit unterschiedlichen Lösungen reagiert. Denn während die Globalisierungsprozesse zur Entwicklung gemeinsamer Bekämpfungsstrategien gegen die klassischen und modernen sozialen Risiken führen, reagieren die einzelnen Staaten intern mit individuellen Maßnahmen, die unmittelbar abhängig von den jeweiligen institutionellen Architekturen sowie von den sozialen, kulturellen, ökonomischen und politischen Strukturen sind. So entstehen verschiedene Wohlfahrtsstaatstypen. Diese unterschiedlichen Reaktionsmechanismen und Korrelationen systematisch analysieren und erklären zu können, ist Aufgabe der Wohlfahrtsstaatsforscher, um den komplexen Vergleich zwischen den verschiedenen Wohlfahrtsstaaten vornehmen zu können.Eine bis heute prägende Arbeit und ein Meilenstein5 für die Policy-Forschung ist das Werk von Gøsta Esping-Andersen „The Three Worlds of Welfare Capitalism“, in dem die wichtigsten kapitalistischen Ökonomien in drei Wohlfahrtsregime eingruppiert werden. Es stellt sich die Frage: Kann das italienische Sozialsystem, aufgrund seiner landesspezifischen sozio-historischen Charakteristiken, gemeinsam mit dem deutschen Wohlfahrtssystem als
konservatives Regime, nach der Esping-Andersens Klassifizierung, eingestuft
werden? Die folgende Arbeit wird sich mit dieser Fragestellung intensiv beschäftigen.
Im zweiten Kapitel erhält der Leser einen allgemeinen Überblick über die
europäische Geschichte des Wohlfahrtsstaates und über die historischen und soziologischen Hintergründe, die zur Entwicklung und Durchsetzung der Wohlfahrt in Europa geführt haben. Im dritten Kapitel wird sich diese Arbeit mit der möglichst
ausführlichen Darstellung der Konzeption Gøsta Esping-Andersens „The three worlds of welfare capitalism“, insbesondere mit seinen drei Typologien der wohlfahrtsstaatlichen Regime, sowie mit der Erläuterung der De-Kommodifizierung und Stratifizierung als Wohlfahrtsindikatoren beschäftigen. Von vordergründigem Interesse werden die Methoden und die Gründe sein, nach denen Esping-Andersen das deutsche und italienische Wohlfahrtsregime als konservativ eingestuft hat.
Danach wird die Kritik verschiedener Autoren dargelegt. Im vierten Kapitel werden zwei Klassifizierungsmodelle des Wohlfahrtsstaates von Ferrera und Trifiletti vorgestellt, die ebenfalls der Sichtweise von Esping-Andersen widersprechen. Nach einem Überblick über die Komplexität des internationalen Vergleiches und
dessen Bedeutung im fünften Kapitel, wird es im sechsten Kapitel um eine kurze Darstellung der jeweiligen Sozialsysteme mit Fokus auf das Gesundheitssystem gehen. Zur Analyse der jeweiligen Gesundheitswesen werden bestimmte Indikatoren ausgewählt, anhand derer die beiden Systeme analysiert werden. Über welche
sozialen Absicherungssysteme verfügen Italien und Deutschland? Auf welchen
Ansätzen basieren sie? Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede weisen sie auf? Ist es realistisch, dass die beiden Wohlfahrtssysteme zusammen eingestuft werden?
Anhand des Beispiels der Gesundheitssysteme in Italien und in Deutschland wird diese Arbeit die Klassifizierung von Esping-Anderson in Frage stellen.

   
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